In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar - im Vergleich zum Dezember - um 15.100 oder 14,5 Prozent auf 119.700 gestiegen. Im Januar 2011 betrug der Anstieg noch 2.800 mehr. Margit Haupt-Koopmann, neue Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit bewertete dies als saisonal bedingt, z.B. durch Auftragsrückgänge im Tourismusgeschäft sowie im Wohnungs-, Straßen- und Gartenbau. Jedoch sei der bislang milde Winter für einen moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit verantwortlich.
Im Vergleich zum Vorjahr sei aber weiterhin eine Abnahme der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Mit 119.700 Arbeitslosen konnte Mecklenburg-Vorpommern einen Rückgang um 7.800 oder 6,1 Prozent gegenüber dem Januar 2011 melden. Das ist die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Januar seit der Wende. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 14,0 Prozent. Im Vorjahr lag sie noch bei 14,8 Prozent.
Haupt-Koopmann erinnerte daran, dass vor sieben Jahren - im Januar 2005 wurde Hartz IV eingeführt - noch 210.100 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern arbeitslos gemeldet waren. "Das waren 90.400 mehr als heute. Dies entspricht - um das Ausmaß des Rückgangs plastisch zu machen - fast der Einwohnerzahl Schwerins, der Landeshauptstadt. Natürlich darf hierbei nicht die demografische Komponente vergessen werden, doch sie allein erklärt nicht die Dynamik am Arbeitsmarkt", betonte sie.
So gehe sie davon aus, dass sie bereits im übernächsten Monat - bei der Bekanntgabe der März-Zahlen - einen Abbau der Arbeitslosigkeit nicht nur gegenüber dem Vorjahr, sondern auch gegenüber dem Vormonat melden könne. Dafür spreche, neben der saisonalen Komponente, auch der Zugang an offenen Stellen. Allein im Januar waren 3.200 sozialversicherungspflichtige Stellen zur Vermittlung gemeldet – ein Plus von 200 oder 7,3 Prozent im Vergleich zum Januar des Vorjahres.
Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlichte zudem die aktuellen Zahlen für die Kreise und Städte Mecklenburg-Vorpommerns. Die niedrigste Arbeitslosenquote unter den Kreisen findet man in Ludwigslust-Parchim mit 10,1 Prozent, in Vorpommern-Rügen mit 17,7 Prozent die höchste. Bei den Städten hat Schwerin mit 12,6 Prozent eine niedrigere Quote als die Hansestadt Rostock mit 13,9.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit