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Gedenkstätten

Die Geschichte des 20. Jahrhunderts hat an vielen Orten in Mecklenburg-Vorpommern Spuren hinterlassen. Zahlreiche Gedenkstätten erinnern an die Vergangenheit des Landes: Sie erzählen von der Geschichte Mecklenburgs und Vorpommerns, des Nationalsozialismus, der sowjetischen Besatzungszone oder der DDR. Eines haben alle Gedenkstätten gemeinsam: Sie machen Geschichte lebendig, bewahren vor dem Vergessen und helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen.

Von Peenemünde aus startete zum ersten Mal eine Rakete ins All. (Bild: Jens Büttner)

Memoriale zur NS-Zeit

Die meisten Gedenkstätten in Mecklenburg-Vorpommern erinnern an die dunkelsten Jahre der deutschen Geschichte. Sie reichen von KZ-Außenlager-Standorten, Synagogen oder jüdischen Friedhöfen bis zu Orten, die mit Widerstand gegen die Nazis verbunden sind. Auch die 20.000 Gräber auf dem Usedomer Golm verdeutlichen den Wahnsinn des Zweiten Weltkrieges: Dort sind vor allem die Toten des großen alliierten Luftangriffs vom 12. März 1945 auf Swinemünde beigesetzt. Neben Soldaten und Zivilbevölkerung der Stadt waren davon vor allem Flüchtlinge betroffen, die sich eben erst dorthin gerettet hatten.

Das von der NS-Organisation "Kraft durch Freude" (KdF) für 20.000 Urlauber geplante Seebad in Prora auf Rügen galt in der zeitgenössischen Propaganda als Beispiel für die sozialpolitischen Errungenschaften des NS-Regimes. Es wurde erst unmittelbar vor Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 im Rohbau fertiggestellt und ging nie in Betrieb. In den darauffolgenden Jahren wurde es für "kriegswichtige" Zwecke genutzt: zur Ausbildung militärischer Einheiten, als Behelfsunterkunft für Evakuierte sowie als Lazarett.

In der Heeresversuchsanstalt Peenemünde gelang im Oktober 1942 einer der spektakulärsten und zugleich gefährlichsten technischen Durchbrüche des 20. Jahrhunderts: der weltweit erste Start einer Rakete ins All. Die unter der wissenschaftlichen Leitung Wernher von Brauns entwickelte A4 gilt heute als Vorläufer aller militärischen und zivilen Trägerraketen. Doch Peenemünde war nicht nur Wiege der Raumfahrt; für die Errichtung der Versuchsanstalten und auch für den späteren Raketenbau in einer unterirdischen Fabrik im Harz wurden Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene eingesetzt. Dabei sowie beim Raketenbeschuss belgischer, englischer und französischer Städte verloren tausende Menschen ihr Leben.

Memoriale der SBZ- und DDR-Zeit

Andere Orte in MV erzählen von der sowjetischen Besatzungszeit und vom Leben in der DDR. Neben Friedhöfen für sowjetische Soldaten und Denkmäler für den Sieg der Roten Armee gehören dazu auch die Hinweise auf das diktatorische Element der Besatzung sowie das Speziallager des sowjetischen Geheimdienstes in Neubrandenburg-Fünfeichen. Zuerst Kriegsgefangenenlager, dann Offizierslager der Wehrmacht, wurde das ehemalige Gut Fünfeichen nach 1954 als "Speziallager Nr. 9" weitergeführt. Dort wurden bis zur Auflösung 1948 etwa 15.000 Gefangene zusammengepfercht, von denen etwa ein Drittel starb.

Bei den Gedenkstätten der DDR-Zeit handelt es sich vor allem um Grenzanlagen oder Stasi-Zentralen, seltener um Orte, die von der Regierung bzw. von der SED in politischer Absicht errichtet wurden, wie das "sozialistische Dorf" Mestlin (1958). Der einst kleine Ort wurde in den 1950er Jahren mit wuchtigen stalinistischen Bauten versehen, wie sie sonst nur in der städtischen Architektur "sozialistischer Prachtstraßen" findet. Er stellt den Versuch dar, die städtische Kultur der Arbeiterschaft auch für das neue "Landproletariat" herzustellen.

Vom Alltag an der innerdeutschen Grenze berichtet das Grenzhus in Schlagsdorf. Anders als der Name vermuten lässt, hat es selbst nie zur Grenzsicherung oder Kontrolle von Verkehrswegen gedient, sondern zunächst der Unterbringung von Flüchtlingen, dann als Schulgebäude und später als Kindergarten. 1999 wurde es schließlich als Informationszentrum zum 10. Jahrestag der Grenzöffnung: als Erinnerungsort zur Geschichte der innerdeutschen Grenze eröffnet.

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