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Innovativ sein in MV

Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land der Innovationen und Erfinder. Otto Lilienthal studierte hier den Flug der Vögel und entwickelte Ideen, wie auch der Mensch sich in die Lüfte schwingen könnte. Wichtige nautische Erfindungen wurden hier erdacht oder mit entwickelt, zum Beispiel der geschlossene Taucheranzug und der nukleare Schiffsantrieb. Dieser Erfindergeist wirkt bis heute. So stammen wichtige Innovationen im medizinischen Bereich aus MV. Ein Plasmastift zur besseren Wundheilung wird hier ebenso entwickelt wie ein präzises Skalpell, das mit einem Hochdruckwasserstrahl arbeitet.

Die Flugapparate des Otto Lilienthal sind in Anklam ausgestellt. (Bild: Otto-Lilienthal-Museum Anklam)

Lilienthal und der Flug der Ostseevögel

Es war der Flug der Vögel an der Ostsee, der Otto Lilienthal zuerst vom Fliegen träumen ließ. Lilienthal, der 1848 in Anklam geboren wurde und hier auch seine Kindheit verbrachte, beobachtete den Vogelflug und versuchte, daraus Erkenntnisse über das Prinzip des Fliegens zu gewinnen. Diese Ideen flossen später in sein Buch "Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst". In Anklam baute Lilienthal gemeinsam mit seinem Bruder auch erste Modelle für Flugapparate, Vorläufer der Geräte, mit denen sich Lilienthal schließlich selbst in die Lüfte erhob. Die Prinzipien für den Menschenflug, die Lilienthal dabei entwickelte, sind bis heute Grundlage des Flugzeugbaus.

Der Geist Lilienthals blieb in MV lange lebendig. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Land ein bevorzugter Standort der deutschen Flugzeugindustrie. Das bedeutendste Werk gründete 1922 Ernst Heinkel in Warnemünde. Flugzeugbaugeschichte schrieb die hier in den frühen 1930er Jahre entwickelte He 70: Am 1. Dezember 1932 startete das Schnellverkehrsflugzeug in Rostock zu seinem Erstflug und stellte mit 500 Stundenkilometern einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord auf.

In MV wird viel in Forschung und Entwicklung investiert. (Bild: WERK3.de)

Der erste Taucheranzug

Auch auf nautischem Gebiet entstanden in MV zahlreiche Ideen. So entwickelte der Kapitän und Kaufmann Peter Kreeft in Barth wohl schon um das Jahr 1800 einen geschlossenen Taucheranzug mit Helm. Die Taucherausrüstung kam modernen Geräten in ihrem Prinzip schon recht nahe. Kreeft bewies die praktische Anwendbarkeit gleich selbst, indem er mit seiner Ausrüstung Kupferplatten aus einem Wrack im Barther Bodden barg. Weltweiten Ruhm für die Konstruktion eines solchen Taucheranzugs ernteten schließlich die englischen Brüder Charles und John Deane. Ihre Erfindung kam jedoch Jahrzehnte später.

Auch später blieb MV eine Quelle für Innovationen in der Seefahrt. Die Warnowwerft in Warnemünde fertigte Schiffe auf beachtlichem technologischem Niveau. Ende der 1950er Jahre arbeiteten Ingenieure der Universität Rostock an einem nuklearen Schiffsantrieb, das Vorhaben kam jedoch über die Planung nicht hinaus. Es steht aber für das hohe Niveau des Schiffsbaus in MV, der noch heute zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen zählt.

Atmosphärendruck-Plasmagerät kINPen des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e. V. Greifswald. (Bild: INP Greifswald)

Innovationen mit Zukunft

Bis heute spielen Erfindergeist und Forscherdrang in MV eine wichtige Rolle. Besonders in der Medizin ist das Land ein wichtiger Impulsgeber für neue Technologien. So entwickelte der Schweriner Unternehmer Andreas Pein ein intelligentes Skalpell für medizinische Eingriffe. Das Skalpell schneidet nicht mit Messer oder Laser, sondern mit einem Hochdruckwasserstrahl. Bei diesem Verfahren wird weiches Gewebe ausgespült, harte und elastische Strukturen wie Nerven oder Blutgefäße bleiben jedoch unverletzt. Das ermöglicht schonende Eingriffe mit geringen Blutungen und einen besseren Heilungsverlauf.

In Greifswald arbeitet das Leipniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) an einer weiteren medizinischen Innovation. In Kooperation mit Universitäten, anderen Forschungseinrichtungen und der Industrie werden hier Lösungen entwickelt, wie Plasma nicht nur in der Technik, sondern auch für die Medizin nutzbar ist. Das erste Produkt ist bereits auf dem Markt: der sogenannten "kINPen MED". Mit diesem Plasmastift können Ärzte chronische Wunden behandeln und deren Heilung beschleunigen. Gesunde Zellen werden dabei stimuliert, unerwünschte Mikroorganismen hingegen vernichtet.

Doch auch im Bereich der Ingenieurswissenschaften ist MV am Puls der Zeit. In Hohen Luckow bei Rostock entwickeln acht Ingenieure und Wissenschaftler eine weltweit einzigartige Produktionstechnologie: Gitterstrukturen aus Kohlefasern, die beispielsweise als Gittermasten für Funktürme, Stromleitungen oder Flügel von Windkraftanlagen zum Einsatz kommen. Dieser besonders leichte und dabei sehr steife Werkstoff wurde lange nur in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt. Das neue Verfahren von BaltiCo spart Zwischenschritte ein und nutzt die Kettenstruktur des Kohlenstoffs, wodurch der Kilopreis der teuren Kohlefaser etwa auf ein Drittel sinkt.

Natürlich geht die Entwicklung weiter. Auch in den kommenden Jahrzehnten ist mit zahlreichen Innovationen aus Mecklenburg-Vorpommern zu rechnen. Der Grundstein dafür ist gelegt, die Universitäten des Landes genießen einen hervorragenden Ruf. Eines ist also klar: Spitzentechnologie und Ostseestrand sind eine Kombination mit Zukunft.

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