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Felix Jähn sitzt im Strandkorb

(Bild: Andreas Duerst/Studio 301)

International gefeiert, ständig unterwegs und doch verbunden mit seiner Heimat: Felix Jaehn (22) ist als Melodic House-DJ und Musikproduzent nicht nur in den Charts zu Hause. Geboren in Hamburg, aufgewachsen im Klützer Winkel in Nordwestmecklenburg, nimmt Jaehn immer sein Stück Mecklenburg-Vorpommern mit in die Welt. Wir haben den Künstler am Strand von Warnkenhagen in Nordwestmecklenburg zum Strandkorbgespräch gebeten.

Felix, du spielst auf Festivals rund um den Globus. Wir sitzen am Strand von Warnkenhagen. Wie fühlt es sich an, hierher zurückzukehren?

Felix Jaehn: Das fühlt sich gut an. Ich wohne immer noch hier in der Region und komme immer wieder gerne nach Hause, und auch regelmäßig. Das ist sozusagen mein Mittelpunkt, wo ich dann mal ein, zwei Tage runterkommen und frische Luft schnappen kann. Hier so ein Zuhause zu haben, wo man sich wirklich immer wieder erden kann und Ruhe findet, ist echt total schön.

Was erdet dich hier?

Felix Jaehn: Man braucht hier nicht viel. Mit dem Rad oder zu Fuß in Feldern, Wäldern oder am Strand unterwegs zu sein, ist perfekt, um runterzukommen. Mich erdet es natürlich auch, dass ich hier groß geworden bin und hier meine Freunde habe, die mich so kennen wie ich bin und schon immer war.

Was erzählst du über diese Gegend und MV, wenn du unterwegs bist? Wenn man dich fragt: Where do you come from?

Felix Jaehn: Das ist immer eine witzige Frage, ehrlich gesagt, weil keiner meinen Wohnort kennt. Wenn man jetzt oberflächlich spricht, sage ich dann oft erst mal: Hamburg. Wenn man genauer ins Gespräch kommt, erzähle ich, dass ich an der Ostseeküste in Meck-Pomm wohne. Da ist das Interesse oft groß, denn viele, die ich treffe, wohnen in L.A., London oder Paris. Große Metropolen, klar, aber das hier ist einzigartig.

Dein Hit „Cheerleader“ war 2015 die erste „Nummer eins“ aus Deutschland in den USA nach über 25 Jahren. Kneiftman sich da manchmal noch?

Felix Jaehn: Es ist alles unglaublich und ich bin in erster Linie super dankbar und happy darüber. Ich glaube aber, dass ich diese riesengroßen Erfolge erst jetzt Stück für Stück realisiere. Auf eins in den USA, auf eins in Mexiko, Gold in Holland – das kommt Tag für Tag so rein, dass man das alles gar nicht verarbeiten kann, weil, bis man Zeit hat, über die eine Sache nachzudenken, schon wieder die nächste passiert.

Was macht deine Musik für dich selber aus?

Felix Jaehn: Mir ist es wichtig, dass meine Musik positiv ist. In vielen Songs geht es um Liebe. Mit „Bonfire“ haben wir dieses Jahr aber auch einen Song veröffentlicht, der das Thema Anti-Mobbing behandelt. Es geht darum, nicht geschwächt, sondern gestärkt aus einer Angriffssituation herauszugehen. Ich will, dass die Leute aus meinen Liedern Kraft, gute Laune und Energie schöpfen.

Du hast mancherorts Auftritte vor Hunderttausenden. Was ist das dann für ein Gefühl, wenn du rausgehst und die Menschen vor dir siehst?

Felix Jaehn: Das ist ein unglaubliches Gefühl. In erster Linie ist direkt vor dem Auftritt immer ein bisschen Aufregung und Adrenalin mit dabei. Man steht dann neben der Bühne, guckt sich schon mal das Publikum an und wie es auf den Künstler, der vor einem spielt, reagiert. Wenn der Gig losgeht, die Leute mitfeiern und die Stimmung super ist, dann macht es einfach total viel Spaß.

Wo siehst du dich so in fünf oder zehn Jahren?

Felix Jaehn: In erster Linie möchte ich natürlich weiter als Musiker, Produzent und DJ unterwegs sein. Ich interessiere mich aber auch für die Musikindustrie. Könnte mir also vorstellen, vielleicht eine Plattenfirma zu gründen, junge Künstler zu unterstützen und zu vermarkten, vielleicht noch sesshafter zu sein, mehr Zeit im Studio zu verbringen.

Eine Frage an den Musikproduzenten, DJ und Musikliebhaberin dir: Wie klingt für dich Mecklenburg-Vorpommern?

Felix Jaehn: Mecklenburg-Vorpommern klingt für mich nach ganz viel Ruhe. Das ist auch das, was ich hier so zu schätzen weiß. Die Ruhe wird durch Naturgeräusche „unterbrochen“, durch Wellen hier am Strand oder durch Kraniche, die vorbeifliegen. Dann fährt vielleicht noch eine Fähre vorbei und man hört leise Motorengeräusche ... Es ist ein sehr idyllisches Klangbild.