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Andreas Frost

Gastfreundschaft ist unsere Natur!

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Text: Andreas Frost

Altwarp hat das Stettiner Haff vor der Nase und ein Naturschutzgebiet im Rücken. Von Westen her nähert sich die Landstraße durch die Kiefernwälder, schlängelt sich zwischen den gedrungenen ehemaligen Fischerhäusern hindurch und endet direkt am kleinen Hafen, wo die Fischerboote liegen und der Ausflugsdampfer die Touristen bis hinüber nach Polen fährt. Hier haben Jana und Uwe Trinkus ein kleines Ferienresort eröffnet, dessen Details nur selten anzutreffen sind.

Im Erdgeschoss der fünf weißen Häuser sind die Türen breit, die Türgriffe niedrig und es gibt keine Schwellen. Die Sofapolster sind hoch und fest, der Spültisch in der Wohnküche lässt sich rauf- und runterfahren. „Das hilft Rollstuhlfahrern und die Kinder finden es lustig“, erzählt Jana Trinkus. Der Lattenrost des Bettes ist verstellbar und der Nachttisch kompakt, sodass man sich gegebenenfalls drauf abstützen kann. Auch die Dusche und das WC können bequem von Gästen genutzt werden, die nicht mehr gut zu Fuß sind oder einen Rollstuhl benötigen.

Die wunderschöne Landschaft des Stettiner Haffs macht Urlaub hier einmalig.  (Bild: TMV/Friedrich)

Eins der insgesamt fünf Häuser des Ferienresorts im malerischen Stettiner Haff. (Bild: Andreas Frost)

Mitten in der Natur: Von den Urlaubsdomizilen blickt man direkt auf das Stettiner Haff. (Bild: Andreas Frost)

In der großzügigen ersten Etage finden sich Verwöhnelemente: eine Sauna im Schlafzimmer, eine frei stehende Badewanne. Modern, gediegen in dezenten Farben, nordisch. „Wir wollten einen Raum schaffen, in dem mehrere Generationen miteinander ausspannen können“, erläutert die Resort-Chefin, „also Oma und Opa und die Enkel inklusiv und inklusive.“

Jana und Uwe Trinkus waren nicht „vom Fach“, als sie ihr Projekt starteten. „Nach dem Abitur“, erinnert sich Jana Trinkus, „da wollte ich unbedingt weg aus Altwarp.“ Gut 20 Jahre später wollte sie zurück. In der Zwischenzeit absolvierte sie eine Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten und den Grundwehrdienst bei der Bundeswehr. „Die Offizierslaufbahn habe ich dann doch ausgeschlagen. Aber den Lkw-Führerschein habe ich noch.“ Lange arbeitete sie in Niedersachsen als Revisorin bei einer großen Krankenversicherung. Als ihre Tochter zur Welt kam, begann sie, in Hamburg Mathematik zu studieren – was sie eigentlich gleich nach der Schule machen wollte. Die Eltern hatten aber von der „brotlosen Kunst“ abgeraten.

Uwe Trinkus, der als Pilot weltweit unterwegs war, nahm, gemeinsam mit seiner Frau, Altwarp wieder in den Fokus. Zunächst suchten sie nach einem Ferienhaus in Janas Heimat. Dann ging es – für Jana – doch um die Rückkehr dorthin. Warum dann nicht zwei Häuser? Dank günstiger Umstände sind es fünf geworden.

(Bild: Andreas Frost)

Die Resortinhaberin Jana Trinkus ist froh, wieder in ihre Heimat zurückgekehrt zu sein. (Bild: Andreas Frost)

Barrierefrei urlauben an einem der schönsten Plätze der Welt - das ist Jana Trinkus' Vision. (Bild: TMV/Ulrich)

Das Stettiner Haff ist mit seiner abwechslungsreichen Landschaft Lebensraum vieler Tiere. (Bild: TMV/Grundner)

Sensibilisiert durch die Pflege ihrer Eltern, hat Jana Trinkus auf die besondere Ausstattung der Häuser geachtet. „Das ist für mich nach und nach zu einer Herzensangelegenheit geworden. Ich könnte jetzt gar nicht mehr anders, als möglichst barrierefrei zu bauen.“ Ihre Gäste, so sagt sie, wüssten das zu schätzen. Beim Bau, für den sie vor allem regionale Firmen engagierten und ökologische Baustoffe nutzten, haben Jana und Uwe Trinkus immer wieder mit angepackt. Jana hat zum Beispiel tapeziert, Uwe den Radlader gefahren, um den Spielplatz zwischen den Ferienhäusern anzulegen. Es sei nicht alles perfekt gelungen, sagt Jana Trinkus, aber „learning by doing“ sei ihr Motto.

Jana Trinkus hofft, dass ihr kleines Resort hilft, Altwarp über die Hauptsaison hinaus zu beleben. Sie selbst jedenfalls ist froh, in ihre Heimat zurückgekehrt zu sein. Jeden Morgen freut sie sich zusammen mit ihrem Mann und ihrer Tochter, beim Frühstück aufs Wasser schauen zu können. „Und was wollen wir mehr?!“

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