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Nachhaltigkeit hat Erfolg

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Text: Andreas Frost

Südlich von Teterow liegt knapp zwei Kilometer abseits der nächsten Landstraße der Biohof der Familie Peitz. Nur über einen holprigen Feldweg ist er zu erreichen. „Einsam?“ Lachend wehrt Mirja Peitz auf der Bank zwischen den Blumenbeeten an der Stirnseite des Bauernhauses die Frage ab: „Nein, hier kommt jeden Tag jemand vorbei, und wenn es auf einen Kaffee ist.“

Zur Weide, wo die Landwirte ihre Uckermärker Rinder halten, geht es allerdings noch ein Stück weiter in die Natur hinein. Eine Füchsin huscht zurück in die Hecke, irgendwo kräht ein Hahn. Gemächlich grasen hellbeige und braune Mutterkühe zusammen mit ihren Kälbern. Zwei Bullen streichen durch die Herde. „Sie sind an Menschen gewöhnt“, erläutert Thomas Peitz, „mehr aber nicht. Kuscheln wollen sie nicht.“

Mitten im Grün: Der Bio-Hof der Familie Peitz liegt südlich von Teterow abseits einer Landstraße.
(Bild: Andreas Frost)

Die meisten Kälber sind auf der Weide zur Welt gekommen, manche noch im März während des letzten Schnees. Die Mutterkühe stehen das gesamte Jahr auf der Weide. Einen Stall gibt es nur, um die Färsen mit dem selbst angebauten Futter zu füttern. „Das sind robuste Tiere, die selten krank sind.“ Kumpelhaft nennt Mirja Peitz die Jungkühe „meine Mädels“. Doch wenn die Färsen zwischen zwei und drei Jahre alt sind, werden sie verkauft. Oder Thomas Peitz bringt sie zum Schlachthof in Teterow, wenn dort Bio-Schlachttag ist.

In großen Stücken kommt das Fleisch – zurück auf dem Hof – in die Kühlkammer, wo es etwa drei Wochen reift. Dann zerlegen es Mirja und Thomas zusammen mit einem professionellen Schlachter. Metzgerstück, Bürgermeisterstück, Filet, Rouladen und natürlich vom Hüft- übers Flap- bis zum Flanksteak ist da alles dabei. Wenn Schlachttag ist, können sich ihre Kunden das frische Fleisch direkt auf dem Hof abholen. „Die besten Stücke sind Wochen vorher reserviert.“ Tiefgefrorene Portionen Rindfleisch liegen im kleinen Hofladen bereit, wo auch der Honig aus den neun Bienenstöcken steht. Einheimische und Ferienhausbesitzer kommen vorbei, und manchmal auch Touristen, die auf dem Naturparkrundweg Mecklenburg-Vorpommerns unterwegs sind, der am Hof vorbeiführt. Inzwischen verkauft Mirja Peitz ihr Rindfleisch auch direkt über das Internet. Bei großen Bestellungen ist die Lieferung versandkostenfrei – wenn die Kundschaft nicht allzu weit weg wohnt.

Ein Platz zum Wohlfühlen

Der Hof ist seit 1934 im Familienbesitz. Thomas Peitz ist auf dem Hof groß geworden, später kam seine Frau Mirja dazu. (Bild: Andreas Frost)

Metzgerstücke vom Biohof Peitz sind Wochen vorher reserviert.
(Bild: Andreas Frost)

Der Hof ist seit 1934 im Familienbesitz, hier leben drei Generationen. Thomas Peitz ist auf dem Hof groß geworden und wollte schon immer Landwirt werden. Sein Vater hat den Betrieb 1990 aus der DDR-Genossenschaft wieder herausgeholt und mit vier Kühen und einem Traktor den Neubeginn gewagt. Jetzt besitzt die Familie etwa 200 Rinder. Mirja ist seit zehn Jahren hier. In Kiel hat sie Agrar- und Umweltwissenschaft studiert. „Damals wollte ich nach dem Studium in aller Ruhe Pflanzen kartieren“, erzählt sie.

Zunächst arbeitete sie jedoch in einem Natur- und Umweltcamp – gleich neben dem Hof der Familie Peitz. Inzwischen zerlegt sie nicht nur Rinderhälften, sondern geht auch zur Jagd. „Wer Platz braucht, wer sich selbst ernähren will, wer möchte, dass seine Kinder so wie unsere draußen spielen“, resümiert sie, „der fühlt sich schnell wohl hier.“ Einmal im Jahr kommt auch niemand auf die Idee, sie nach der Einsamkeit zu fragen. Wenn der Bio-Hof Peitz zum Sommerfest lädt, berichtet Thomas Peitz, „dann zeigt selbst Google Maps auf unserem Feldweg den Stau an“.

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