hufe8 – Eine Symbiose von Ackerbau und Tierhaltung

Gastbeitrag

(Bild: Renate Heinrich)

Ein Gastbeitrag von Anna Propp

Skeptische Blicke trafen uns, als wir 2013 beschlossen, uns mit der alten Familienhofstelle in Mecklenburg bei Bützow selbstständig zu machen. „50 Hektar sind doch zu wenig zum Leben“, wurde uns gesagt. „Aber zu viel zum Sterben“, konterten wir. Zugegeben etwas naiv, aber höchst motiviert gründeten mein Mann Lukas, der schon damals auf das Huhn gekommen war, und ich den Demeter- Biohof „hufe8“.

„Hufe“ ist eine altdeutsche Flächeneinteilung mit ca. 50 Hektar und etwas Grünland. Diese Struktur besteht bei uns bis heute. Wir wussten, dass wir sparsam und effektiv mit unseren Ackerflächen wirtschaften müssen. Doch Tiere sollten auf unserem Bauernhof nicht fehlen. Federvieh und Rinder sollten es sein. Die Lösung war die einzigartige Symbiose von Ackerbau und Tierhaltung, welche in Form einer modernen Kreislaufwirtschaft auch für die urbane Bevölkerung greifbar wird. Landwirtschaft zum Anfassen!

Den betrieblichen Schwerpunkt unserer Arbeit bildet das Gesamtkonzept „Hahn-Huhn-Ei“. Wesensgemäße Hühnerhaltung erfordert viel Aufmerksamkeit und Achtung vor dem Tier. Unsere Legehennen und Bruderhähne haben ganzjährig Grünauslauf und leben in mobilen Ställen auf dem Acker, die innerhalb der Fruchtfolge versetzt werden.

Unsere Gastautorin

Anna Propp lebt seit 2013 in Mecklenburg-Vorpommern. Mit ihrem Mann gründete sie in Selow den Demeter-Betrieb „hufe8“, der 2018 mit dem Preis „Bestes Bio aus MV“ ausgezeichnet wurde. Die ursprünglich gelernte Lehrerin lebt ein biologisch-dynamisches Bauernhofleben mit ihren Legehennen, Bruderhähnen und Angusrindern.

Der Mobilstall bietet erhebliche Vorteile. Unsere knappen Flächen werden nicht dauerhaft versiegelt oder überweidet, der Boden und das Grundwasser werden vor hoher Nitratbelastung geschützt und ganz nebenbei übernehmen die Tiere die Düngung der Ackerflächen, auf denen ihr Futter angebaut wird.

Die unethische Praxis des „Kükentötens“ gibt es bei uns nicht. Zu jeder Legehenne halten wir auch einen Bruderhahn. So bedingt sich unser ganzheitliches Betriebskonzept: Ohne Hahn keine Henne und ohne Henne kein Ei! Wer also bedenkenlos Eier essen möchte, sollte vor dem Suppenhuhn und dem Hahn im Römertopf nicht haltmachen.

Wir haben uns auch zum Ziel gesetzt, die Akzeptanz der ökologischen Landwirtschaft im Berufsstand zu stärken. Ich sehe uns als bodenständige Idealisten. Daher wissen wir, dass „Bio“ nicht vor Leistung schützt. Aufgrund dieser Einstellung pflegen wir ein gutes Verhältnis zu unseren konventionellen Kollegen.

Die anfängliche Skepsis ist inzwischen verflogen und wir sind angekommen. Angekommen in MV, das auch für landwirtschaftliche Familienbetriebe ein Land zum Leben ist. Und ob konventioneller oder Biobauer, die Dürre in diesem Jahr hat uns alle gleichermaßen getroffen. Der Klimawandelist längst da und mir wird klar, dass wir noch viel mehr auf einen schonenden Umgang mit der Natur achten müssen!

Mehr unter www.hufe8.de