Ernährungswirtschaft
Die Ernährungswirtschaft ist ein wichtiger Industriezweig in Mecklenburg‑Vorpommern und spielt eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Durch innovative Produkte, moderne Produktionsanlagen und steigende Nachfrage nach Qualitäts‑„Made‑in‑Germany“

Existenzgründerpreis Ernährungswirtschaft
Das Landwirtschaftsministerium stiftete 2020 erstmals für den Wettbewerb "OZ-Existenzgründerpreis" den Themenpreis Ernährungswirtschaft.
Bewerben konnten sich junge Unternehmen (nicht älter als 5 Jahre und vor 1. Juni 2019 gegründet) mit Sitz in MV, die Lebensmittel herstellen/verarbeiten und dabei eine tolle Idee hatten,
- neue Produkte auf den Markt zu bringen,
- Prozesse innovativ zu überarbeiten
- ihre Produkte umweltfreundlicher oder ressourcenschonenden anzubieten.
Die Ernährungswirtschaft verarbeitet die landwirtschaftlichen Rohstoffe und stellt sie über Absatzwege wie etwa dem Lebensmittel-Einzelhandel den Verbraucherinnen und Verbrauchern zur Verfügung. In Mecklenburg-Vorpommern hat die Ernährungswirtschaft den höchsten Anteil am Umsatz des verarbeitenden Gewerbes und ist insgesamt einer der wichtigsten Industriezweige. Sie spielt für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes eine bedeutende Rolle.
Im Jahr 2025 erzielten das verarbeitende Gewerbe und der Bergbau einen Umsatz von insgesamt 23,9 Mrd. Euro. Im Ernährungsgewerbe wurde ein Umsatz von insgesamt 6,25 Mrd. Euro erreicht, wovon auf die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln ein Umsatz von 5,83 Mrd. Euro und auf die Getränkeherstellung ein Umsatz von 0,42 Mrd. Euro entfielen.
Mecklenburg-Vorpommern exportierte 2025 Nahrungs- und Futtermittel im Wert von 1,15 Mrd. Euro. Die Exportquote lag bei 19,3 % (Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern).
Im Land haben 77 % aller Betriebe weniger als 10 Beschäftigte, während nur etwa 3,8 % der Unternehmen in die Größenklasse 50 bis 249 Mitarbeitende fallen. Diese Struktur verdeutlicht die Diskrepanz zwischen großflächig organisierten Landwirtschaftsbetrieben und den im Vergleich deutlich kleineren Verarbeitungsstrukturen. Lediglich rund 130 Unternehmen in diesem Bereich beschäftigen mehr als 20 Personen, es gibt nur vereinzelt Großbetriebe.
Neben den etablierten Produktionszweigen Fleisch und Fleischerzeugnisse, Milch und Milcherzeugnisse sowie Unternehmen zur Verarbeitung von Ölen und Fetten, zur Herstellung von Backwaren, zur Fischverarbeitung sowie Produktion von Getränken entstehen in Mecklenburg-Vorpommern vereinzelt neue und in der Regel sehr kleine Unternehmen, die neue Märkte erschließen wollen. Unternehmen und Initiativen arbeiten etwa an alternativen Proteinquellen, emissionsarmen Produktionsverfahren und der Nutzung biogener Reststoffe. Start-ups entwickeln innovative Verfahren für die Nutzung von Insektenprotein oder die Verwertung von Nebenströmen aus der Lebensmittelproduktion.