Ukraine-Kooperation: Schutzräume für Schulen und Ferien vom Krieg
Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert im Rahmen der Regionalpartnerschaft mit der ukrainischen Region Tschernihiw verschiedenste Projekte - auch im Bereich Hilfe und Angebote für Kinder und Jugendliche.

Schutzräume für fünf Schulen
Im Jahr 2024 schlossen das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Region Tschernihiw einen Vertrag über die Einrichtung von Schutzräumen in fünf Schulen der Region Tschernihiw.
Weil Russland die Region fortlaufend mit Drohnen und Raketen beschießt, ist ein normaler Unterricht in der Region häufig kaum noch möglich. Die Schulen der Region brauchen Luftschutzräume, damit die Schülerinnen und Schüler trotz der häufigen Luftalarme weiter die Schule besuchen können.
Für die Einrichtung passender Schutzräume in fünf Schulen stellt das Land Mecklenburg-Vorpommern 250.000 Euro bereit.

Ferien vom Krieg 2024
Im Juni 2024 organisierten das Deutsch-Ukrainische Zentrum Rostock e. V. und der Freiwillige Gerhard Bley ein zweiwöchiges Ferienlager für 39 Kinder aus der Region Tschernihiw. Das Land Mecklenburg-Vorpommern förderte das Ferienlager finanziell.
Die Kinder waren in der Jugendherberge Wismar untergebracht und genossen ein vielfältiges Programm mit Workshops, Sport, Standbesuchen, sowie Ausflügen in den Tierpark, ins Phantechnikum Wismar, ins Ozeaneum Stralsund. Ziel des Ferienlagers war es, den Kindern aus Tschernihiw Raum zur Erholung vom Krieg zu bieten. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig besuchte die Kinder während ihres Aufenthalts in der Jugendherberge Wismar.
Lesen Sie mehr im Bericht Gerhard Bleys zum Ferienlager.
Ferien vom Krieg 2025
Im Juni 2025 veranstaltete das Landesjugendwerk der AWO Mecklenburg-Vorpommern ein zweiwöchiges Ferienlager für 30 ukrainische Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren aus der Partnerregion Tschernihiw. Das Land Mecklenburg-Vorpommern förderte das Ferienlager finanziell und unterstützte die AWO beim Kontakt mit der Regionalen Militärverwaltung Tschernihiw. Die teilnehmenden Jugendlichen stammten aus besonders vom Krieg belasteten Gemeinden in der Region.
Diese „Ferien vom Krieg“ boten den Jugendlichen ein abwechslungsreiches Programm: Eine Kanutour, Töpfern, ein Empfang im Landtag MV, ein Technik-Workshop mit Lasercuttern, ein Ausflug in einen Erlebnispark und vieles mehr. Bei einem Besuch der Werkstattschule Rostock konnten die Gäste mit Jugendlichen aus Mecklenburg-Vorpommern in Kontakt kommen. Daneben gab es Strandbesuche, Kino- und Spieleabende, Lagerfeuer und eine Abschlussparty mit Lagerfeuer. Das Ferienlager bot den Jugendlichen Raum zur Erholung, förderte ihre persönliche Entwicklung und gab ihnen Kraft, um die schwere Situation in der Ukraine zu überstehen. Begleitet wurde das Ferienlager von einem gemischten deutsch-ukrainischen Team von Pädagogen. An der Durchführung beteiligt war auch der Verein „Europe Prykhystok“, der die An- und Abreise der Jugendlichen organisierte.
Im Nachgang zum Ferienlager sammelten die beteiligten Jugendlichen ihre Eindrücke und Erinnerungen und stellten daraus ein „Freundebuch“ zusammen. Die Jugendlichen erhielten ein gedrucktes Exemplar zum Andenken. Das pädagogische Team erstellte seinerseits ein „Spielebuch“ – eine Sammlung aller Methoden, die das Team während des Ferienlagers genutzt hatte. Dieses dient Pädagogen in der Partnerregion als Anregung für weitere Jugendmaßnahmen.
Jugendbegegnung in Stralsund 2025 und 2026
Vom 10. bis 17 August 2025 organisierte das Kreisdiakonische Werk Stralsund eine Jugendbegegnung für Jugendliche aus Mecklenburg-Vorpommern und der Oblast Tschernihiw in Stralsund. Auf dem Programm standen u.a. Kreativ- und Werkstattangebote, Teamspiele, sportliche Aktivitäten, eine Stadterkundung in Stralsund und ein Ausflug an die Ostsee. Die sieben Jugendlichen aus der Stadt Korjukiwka konnten so für eine Woche ohne Luftalarm und Angst vor Drohnen leben. Im täglichen Kontakt lebten die Jugendlichen aus MV und Tschernihiw interkulturellen Austausch und Solidarität über Landesgrenzen hinweg.
Auch im Jahr 2026 hat das Kreisdiakonische Werk Stralsund einen weiteren Workshop für Jugendliche aus Tschernihiw angeboten. Im Zeitraum vom 20. Juli bis zum 31. Juli 2026 nahmen zehn Jugendliche aus Nizhyn mit zwei Lehrerinnen an der Jugendbegegnung mit Jugendlichen aus Stralsund teil. Der Schwerpunkt lag auch in diesem Jahr auf interkulturellem Austausch, Demokratiebildung, Stärkung der Deutschkenntnisse der ukrainischen Jugendlichen, sowie der Förderung sozialer Kompetenzen der teilnehmenden Jugendlichen. Die Programmgestaltung erfolgte partizipativ unter Einbeziehung der teilnehmenden Jugendlichen. Vor Ort in Nizyhn wurden die Jugendlichen durch den Vertreter des Kreisdiakonischen Werkes Stralsund aus Deutsch lernenden Schülerinnen und Schülern ausgewählt. Eine Begegnung der gesamten Jugendgruppe mit Vertretern des Europaministeriums fand in Schwerin statt.
Ferien vom Krieg 2026
Das Landesjugendwerk der AWO war auch im Jahr 2026 Partner bei der Durchführung einer Reise von Jugendlichen aus Tschernihiw nach Rostock. In diesem Jahr wurden sieben Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren durch die Oblastverwaltung nach Vorgaben der Stabsstelle Ukraine-Aktivitäten gezielt ausgewählt und in Gastfamilien in Rostock untergebracht. So konnten die ukrainischen Jugendlichen die Kultur und das tägliche Leben in Deutschland in den Gastfamilien mit gleichaltrigen Geschwisterkindern kennenlernen. Begleitet wurde die Gruppe durch eine Lehrerin.
Während des insgesamt zweiwöchigen Aufenthaltes der Kleingruppe stand in der ersten Woche ein gemeinsames Bildungs- und Begegnungsprogramm im Mittelpunkt. Die Jugendlichen lernten Rostock und seine Geschichte kennen und beschäftigten sich mit demokratischen Werten, Beteiligungsmöglichkeiten und europäischer Zusammenarbeit. Ein besonderer Höhepunkt war die Tagesfahrt nach Berlin mit dem Besuch des Deutschen Bundestages. Neben den gemeinsamen Programmpunkten blieb ausreichend Zeit für Begegnungen innerhalb der Gastfamilien.
In der zweiten Woche nahmen die ukrainischen Jugendlichen an den Projektwochen der Werkstattschule Rostock teil. Gemeinsam mit deutschen Schülerinnen und Schülern arbeiteten sie im Projekt „Circus Fantasia“ an kreativen und praktischen Inhalten. Den Abschluss bildete das Sommerfest der Werkstattschule, bei dem die Teilnehmenden ihre Ergebnisse präsentieren und den Austausch mit den deutschen Schülerinnen und Schülern und Familien feierlich ausklingen lassen konnten.