Ukraine-Partnerschaft: Geschichte und Kultur
Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert im Rahmen der Regionalpartnerschaft mit der ukrainischen Region Tschernihiw verschiedenste Projekte – auch im Bereich Kunst, Kultur, Geschichte und Gedenken.
Russland führt nicht nur einen Krieg gegen die Ukraine und ihre Infrastruktur, sondern auch gegen die Menschen und ihre Kultur. Zum einen sind Kulturschätze – vom ikonischen Höhlenkloster in Kyjiw bis zu Artefakten in Museen und Bibliotheken – von Zerstörung durch das Kriegshandeln bedroht. Andererseits bekommen Erinnerungskultur und Gedenkstättenarbeit angesichts von Bücherverbrennungen und narrativen Umdeutungen der Geschichte der Ukraine im russischen Staatsfernsehen eine besondere Dringlichkeit und Bedeutung.
Im Rahmen der Regionalpartnerschaft Mecklenburg-Vorpommerns mit der ukrainischen Region Tschernihiw werden deshalb Projekte im Bereich Kultur und Geschichte gefördert:
Digitalisierung durch den Krieg gefährdeter Kunstschätze
In den Jahren 2024 und 2025 förderte das Land Mecklenburg-Vorpommern ein Projekt des Ukraine Art Aid Center in der Partnerregion. Weil Russland die Region Tschernihiw ständig mit Drohnen und Raketen beschießt, ist auch das kulturelle Erbe der Oblast akut bedroht. Dies galt auch für die Sammlung europäischer und ukrainischer Kunst des 16. bis 20. Jahrhunderts der Staatlichen Mykola-Gogol-Universität Nizhyn.
Im Rahmen des Projekts konnte die Universität Ausrüstung zur Digitalisierung beschaffen und ihre Mitarbeiter im Umgang damit schulen lassen. Außerdem wurden die Lagerungsbedingungen der Gemälde durch Geräte zur Kontrolle des Raumklimas und eine Alarmanlage verbessert und die Gemälde so vor Beschädigung und Diebstahl geschützt. Für den Fall, dass die Gemälde selbst noch durch einen russischen Angriff zerstört werden sollten, existiert jetzt ein digitaler Zwilling.
Die digitalisierte Gemäldegalerie ist online frei zugänglich.
Für sein Engagement für die Ukraine wurde Professor Kilian Heck vom Ukraine Art Aid Center am 21. November 2025 der Kulturförderpreis des Landes verliehen.
Ausstellung zum Massaker von Korjukiwka
Am 28. Mai 2025 wurde im Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen in Deutschland (Schwerin) die Ausstellung „Das Massaker von Korjukiwka – ein Verbrechen zweier totalitärer Regime“ eröffnet. Die Stadt Korjukiwka liegt in Tschernihiw, der Partnerregion von Mecklenburg-Vorpommern.
Die Ausstellung widmete sich einem der größten Verbrechen während der Zeit der nationalsozialistischen Besatzung Europas. Anfang März 1943 ermordeten die Besatzer im nordukrainischen Korjukiwka über 6.700 Zivilistinnen und Zivilisten. Die Ausstellung zu diesem Verbrechen wurde vom Historischen Museum Korjukiwka erstellt und in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung MV durchgeführt. Eine Mitarbeiterin des Museums, die Historikerin Kateryna Onyshchuk, eröffnete die Ausstellung mit einem Vortrag zum Massaker von Korjukiwka.