Vorreiter der Energiewende
Mecklenburg-Vorpommern produziert bereits das 2,5-Fache seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien – nachhaltig, regional und zukunftsfähig. Erfahren Sie, wie wir mit Wind, Sonne und Wasserstoff die Energieunabhängigkeit sichern und die regionale Wertschöpfung stärken.

Strategie und Teilhabe: Der Weg zur Klimaneutralität bis 2045
Mecklenburg-Vorpommern verfolgt ambitionierte Klimaziele: Bis zum Jahr 2035 soll der gesamte Energiebedarf für Strom, Wärme und Mobilität rechnerisch aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Spätestens 2045 wird das Land vollständig klimaneutral sein.
Die Energiewende ist ein zentraler Baustein für Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung, Innovation und regionale Wertschöpfung. Das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit koordiniert die energiepolitischen Maßnahmen des Landes – in enger Abstimmung mit Bund, Kommunen, Unternehmen und den Bürgerinnen und Bürgern.
Erfolg braucht Akzeptanz und Teilhabe. Über das Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz profitieren in Mecklenburg-Vorpommern Menschen und Kommunen direkt von Windenergieanlagen in ihrer Region. So bleibt die Wertschöpfung im Land und stärkt die regionale Entwicklung.
Windenergie: Kraftquelle an Land und auf See
Mecklenburg-Vorpommern nutzt seine geografischen Standortvorteile konsequent aus. Das Land treibt den Ausbau der Windkraft massiv voran.
An Land (Onshore) sind derzeit fast 1.900 Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 3,9 Gigawatt in Betrieb.
Auf See (Offshore) leisten die Windparks in der Ostsee einen stetig wachsenden Beitrag. Der Windpark Arcadis Ost 1 kann bis zu 290.000 Haushalte mit Strom versorgen. Mit Projekten wie Windanker (ab 2026) und Gennaker (ab 2028) entstehen zusätzliche Kapazitäten. Insgesamt werden über 300 Offshore-Windkraftanlagen mit 1,8 Gigawatt Leistung über Mecklenburg-Vorpommern an das Stromnetz angebunden.
Photovoltaik: Die wachsende Kraft der Sonne in MV
Auch die Photovoltaik entwickelt sich im Land dynamisch. Mit einem Anteil von rund 14 Prozent an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien trägt sie bereits spürbar zur Energieversorgung bei. Großflächige Freiflächenanlagen sowie neue Dachanlagen auf kommunalen und privaten Gebäuden werden weiter ausgebaut. Photovoltaik spart fossile Brennstoffe, senkt CO₂-Emissionen und stärkt die regionale Wirtschaft durch neue Investitionen und Arbeitsplätze.
Wasserstoff: Energie für die Industrie
Mecklenburg-Vorpommern hat sich das Ziel gesetzt, „Wasserstoffland“ zu werden. Aus Wind- und Solarenergie soll grüner Wasserstoff entstehen – als Energieträger für Industrie, Mobilität und Wärmeversorgung. Bis 2032 sind 1,5 Gigawatt Elektrolyseleistung im Land geplant.
Forschungseinrichtungen wie das Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT), das Fraunhofer IGP und die Hochschule Stralsund treiben Innovationen im Bereich Wasserstofftechnologie voran. Unterstützt werden diese Aktivitäten durch Förderprogramme des Landes und die Regionale Innovationsstrategie 2021–2027.
Netze und Speicher: Die Lebensadern der Energiewende
Ein leistungsfähiges Stromnetz ist das Rückgrat einer sicheren Energieversorgung. Erneuerbare Energien werden dezentral erzeugt, müssen aber zuverlässig zu Verbraucherinnen und Verbrauchern gelangen.
Die Übertragungsnetzbetreiber koordinieren gemeinsam mit der Bundesnetzagentur den langfristigen Ausbau der Infrastruktur. Ziel ist ein robustes System, das die schwankende Einspeisung aus Wind und Sonne jederzeit ausgleicht.
Auch die Verteilnetzbetreiber im Land (E.DIS, WEMAG, Stadtwerke) passen ihre Netze an den steigenden Anteil erneuerbarer Energien an und investieren in Digitalisierung und intelligente Steuerungssysteme.
Energieeffizienz und Akzeptanz: Gemeinsam die Energiewende gestalten
Die Energiewende lebt nicht nur vom Ausbau, sondern auch vom bewussten Umgang mit Energie. Energieeinsparung und Effizienz sind entscheidend, um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit miteinander zu verbinden.
Das Land setzt auf Information, Beratung und Beteiligung – etwa durch die Landesenergie- und Klimaschutzagentur M-V (LEKA). Sie berät Kommunen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger kostenlos zu
- Energieeffizienz: Strategien zur Senkung des Verbrauchs in Haushalt und Gewerbe.
- Klimaschutzberatung: Begleitung bei regionalen Nachhaltigkeitsprojekten.
- Erneuerbare Energien: Beratung zu Installation und Fördermöglichkeiten.
Veranstaltungen wie der Tag der Erneuerbaren Energien oder die Woche des Wasserstoffs machen die Energiewende erlebbar und fördern Akzeptanz und Mitwirkung.
Laden...
Laden...
Laden...
Laden...
FAQ
Ja, durch das bundesweit wegweisende Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz profitieren die Menschen direkt. Es ermöglicht finanzielle Beteiligungen oder sichert Zahlungen an die Gemeinden. Diese Mittel fließen in lokale Projekte wie Kitas, Vereine oder die Infrastruktur. Zusätzlich stärken Gewerbesteuereinnahmen aus Wind- und Solarparks die kommunalen Haushalte nachhaltig.
Informationen zu geplanten Projekten finden Sie in den amtlichen Bekanntmachungsblättern Ihrer Gemeinde oder beim zuständigen Bauamt. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Fortschreibung der regionalen Raumentwicklungsprogramme werden die geplanten Flächen für die Ausweisung von Windenergiegebieten zudem auf den Internetseiten der regionalen Planungsverbände veröffentlicht. Informationen zu bestehenden Wind-, Solar- oder Biomasseanlagen finden Sie vor allem im Energieatlas Mecklenburg-Vorpommern.
Mecklenburg-Vorpommern verfügt seit 2015 über eine energiepolitische Konzeption, die die strategischen Leitlinien der Landesenergiepolitik beschreibt. Sie wird kontinuierlich an aktuelle bundes- und europarechtliche Vorgaben angepasst, um die ehrgeizigen Ziele für Klimaneutralität und Versorgungssicherheit in Mecklenburg-Vorpommern zu erreichen.
Mecklenburg-Vorpommern ist ein Motor der deutschen Energiewende: 2025 stammten bereits rund 80 Prozent der Nettostromerzeugung aus erneuerbaren Quellen, also an der tatsächlich in das Stromnetz eingespeisten Strommenge. Damit leistet das Land einen substanziellen Beitrag zur Erreichung der nationalen Ziele nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz sowie dem Klimaschutzgesetz. Zugleich stärkt Mecklenburg-Vorpommern auf europäischer Ebene seine Rolle als Energiedrehkreuz im Ostseeraum, insbesondere auch durch die perspektivische Einbindung in zukunftsweisende europäische Strom- und Wasserstoffinfrastrukturen.
Zuständigkeit
Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern
Laden...