Unterrichtsfächer
Unterricht schafft die Grundlage für erfolgreiches Lernen. Stundentafeln legen fest, welche Fächer erteilt werden, wie viel Zeit dafür vorgesehen ist und wie lange Kinder und Jugendliche in der Woche in der Schule lernen.

Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule
Die Schule vermittelt Kindern und Jugendlichen Kompetenzen, Wissen und Kenntnisse, Einstellungen und Haltungen, sodass sie ihre Persönlichkeit entfalten und selbstbestimmt entscheiden und handeln können. Ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag setzen die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern insbesondere durch Unterricht um, der in einzelnen Unterrichtsfächern, Lernbereichen und Aufgabenfeldern erfolgt. Der Unterricht fördert die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler. Individuelle Förderung spielt eine wichtige Rolle. Schule und Unterricht sind auf gleiche Chancen für alle Schülerinnen und Schüler ausgerichtet.
Unterricht nach festgelegtem Stundenplan
Die Stundentafeln für die allgemein bildenden Schulen, für die gymnasiale Oberstufe und die Rahmenstundentafeln für die Bildungsgänge an beruflichen Schulen legen fest, welche Fächer mit welcher Stundenzahl unterrichtet werden. Die Ziele und Inhalte des Unterrichts sind in den Rahmenplänen verankert. Die Rahmenpläne für die Unterrichtsfächer an allgemein bildenden und beruflichen Schulen enthalten allgemeine, fachbezogene sowie fächerverbindende Ziele und Inhalte. Sie orientieren sich an den Erkenntnissen der Fachdidaktik, der Erziehungswissenschaften und anderer Wissenschaften.
Land stärkt Kernkompetenzen
Lesen, Schreiben und Rechnen sind die Grundlagen für den Erfolg in der Schule und darüber hinaus. Der Mindestwortschatz für Grundschulen sieht vor, dass der Wortschatz von Kindern am Ende der vierten Jahrgangsstufe 800 Wörtern umfassen soll. Mit den neuen Stundentafeln für die allgemein bildenden Schulen, die seit dem Schuljahr 2025/2026 verbindlich sind, stärkt das Land die grundlegenden Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und in der ersten Fremdsprache. Außerdem steht den Schülerinnen und Schülern mehr Zeit zum Lernen, Üben und Festigen zur Verfügung.
Das sehen die neuen Stundentafeln vor:
- An Grundschulen zieht sich ein Leseband durch die Klassen 1 bis 4. Schülerinnen und Schüler haben jeden Tag 20 Minuten zusätzliche Zeit, um das Lesen zu üben.
- In den Jahrgangsstufen 3 und 4 stehen eine weitere Deutsch- und Mathematikstunde auf dem Stundenplan.
- Das Fach Geschichte wird in der Orientierungsstufe ab Klasse 5 erteilt, bislang begann der Unterricht erst ab der Klasse 6.
- Das Fach Arbeit/Wirtschaft/Technik (AWT) wird um die Bezeichnung Berufliche Orientierung ergänzt und in der Orientierungsstufe (Klasse 5 und 6) jeweils eine Stunde pro Woche unterrichtet.
- Das Fach Informatik und Medienbildung wird eigenständig ausgewiesen und ab Klasse 5 durchgängig unterrichtet.
- Der Chemieunterricht beginnt wieder in der Jahrgangsstufe 7.
- Das Fach Sozialkunde heißt nun Politische Bildung/Sozialkunde und beginnt ebenfalls ab Jahrgangsstufe 7. Das Fach wird dabei zunächst in den Jahrgangsstufe 7 und 8 an Regionalen Schulen sowie am Gymnasium mit einer Wochenstunde unterrichtet. Während dieser Umfang am Gymnasium auch in den Jahrgangsstufen 9 und 10 beibehalten wird, erhöht sich die Stundenzahl an Regionalen Schulen in diesen Jahrgangsstufen auf zwei Wochenstunden.
- An Regionalen Schulen, Gymnasien und Gesamtschulen wird in den Klassen 7 bis 10 mehr Unterricht in Deutsch, Mathematik und Englisch erteilt – auf vier Jahre sind es bis zu 11 zusätzliche Wochenstunden. In diesen Fächern können Schulen je eine Stunde für die fachbezogene individuelle Förderung und Differenzierung oder für die Gestaltung individueller Lernzeiten nutzen.
- Mit den flexiblen Stunden können Schulen die Schülerinnen und Schüler in Schwerpunkten, wie zum Beispiel Musik oder Sport, besser individuell fördern. An Gymnasien ist eine zusätzliche Stunde Berufliche Orientierung in Jahrgangsstufe 10 verpflichtend.
- Die Spezialgymnasien erhalten dieselbe Stundenausstattung wie bisher. Darüber hinaus erfolgt weiterhin eine zusätzliche Stundenzuweisung für die Profilbildung.
Grundschule
Klasse 1 und 2: 22 Stunden pro Woche*
Klasse 3 und 4: 27 Stunden pro Woche*
*Insgesamt sind für die Schuleingangsphase mit den Jahrgangsstufen 1 und 2 genau 43,5 Stunden pro Schulwoche und für die Jahrgangstufen 3 und 4 insgesamt 54 Stunden vorgesehen. Die Schulen entscheiden eigenverantwortlich, wie die Stunden auf die jeweilige Jahrgangsstufe aufgeteilt werden.
Orientierungsstufe
Klasse 5: 30 Stunden pro Woche
Klasse 6: 31 Stunden pro Woche
Regionale Schule
Klasse 7 und 8: 31 Stunden pro Woche
Klasse 9 und 10: 34 Stunden pro Woche
Gymnasium
Klasse 7: 32 Stunden pro Woche
Klasse 8: 34 Stunden pro Woche
Klasse 9: 35 Stunden pro Woche
Klasse 10: 36/37 Stunden pro Woche
Klasse 11: 36 Stunden pro Woche
Klasse 12: 34 Stunden pro Woche