Viele Wege führen in Ausbildung und Beruf
An den beruflichen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern können sich Jugendliche und junge Erwachsene auf einen Beruf vorbereiten, einen Beruf erlernen oder schulische Abschlüsse erlangen. Dieser Überblick zeigt, welche Angebote die beruflichen Schulen machen.

Vielfältige Bildungswege an beruflichen Schulen
Die beruflichen Schulen vereinen verschiedene Schularten und Bildungsgänge unter einem Dach. Das sind die Berufsschule, die Berufsfachschule, die Höhere Berufsfachschule, das Berufliche Gymnasium, die Fachoberschule und die Fachschule. Innerhalb jeder Schulart gibt es verschiedene Bildungswege, die unterschiedliche Ziele haben. So können Jugendliche einen Beruf erlernen, sich auf eine Ausbildung vorbereiten oder schulische Abschlüsse wie die Berufsreife, die Mittlere Reife oder das Abitur erwerben.
Neben den staatlichen beruflichen Schulen gibt es berufliche Schulen in freier Trägerschaft, die berufliche Abschlüsse vergeben. Bei den Schulen in freier Trägerschaft unterscheidet das Schulrecht zwischen Ersatzschulen und Ergänzungsschulen.
Die Berufsschule: Theorie und Praxis verbinden
Die Berufsschule ist eine der bekanntesten Schularten der beruflichen Schulen und bildet in mehr als 140 Ausbildungsberufen aus. Sie ist ein zentraler Bestandteil der dualen Ausbildung. Die Auszubildenden erwerben in der Berufsschule das theoretische Wissen für ihren Beruf und verknüpfen es mit den praktischen Erfahrungen aus dem Ausbildungsbetrieb. Für Ausbildungsberufe, in denen die Schülerzahlen besonders gering sind, gibt es Landesfachklassen.
Berufliche Bildungsgänge: Angebote an verschiedenen Standorten
In den vergangenen Jahren mussten aufgrund geringer Schülerzahlen berufliche Bildungsgänge zusammengelegt werden. Steigen die Schülerzahlen, können an anderen Standorten wieder Eingangsklassen eingerichtet werden. Grundsätzlich sind die Landkreise und Kommunen für die Schulentwicklungsplanung zuständig. Sie verständigen sich untereinander, an welchem Ort die Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Erst, wenn sie sich nicht einigen können, trifft das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung eine Entscheidung.
Gut vorbereitet in Ausbildung und Beruf
Jugendliche, die noch keine Ausbildung absolvieren, können sich an den Berufsschulen gezielt auf eine Ausbildung vorbereiten. Dazu gehören das Berufsvorbereitungsjahr und das neue Angebot „Ausbildungsreife dual“ (AVdual).
AVdual richtet sich an berufsschulpflichtige Jugendliche mit oder ohne Schulabschluss. Der einjährige Bildungsgang verbindet Unterricht mit intensiver betrieblicher Praxis und unterstützt damit den Weg in eine Ausbildung. Die Berufliche Orientierung steht hierbei im Mittelpunkt.
Unterstützung bei Fahrtkosten und Unterkunft
Für Berufsschülerinnen und Berufsschüler, die wegen langer Anfahrtswege zur Berufsschule Fahrt- und Übernachtungskosten haben, bietet das Land finanzielle Unterstützung an.
Einen Zuschuss können Schülerinnen und Schüler erhalten, deren Ausbildungsvergütung nicht mehr als 750 Euro brutto im Monat beträgt und die eine Landesfachklasse, überregionale Fachklasse oder eine länderübergreifende Fachklasse besuchen. Auch Schülerinnen und Schüler, die eine Fachklasse in anderen Bundesländern besuchen, können unterstützt werden.
Eine Unterkunft ist notwendig, wenn Berufsschülerinnen und Berufsschüler für den Hin- und Rückweg zwischen Wohnung und ihrer Schule mit öffentlichen Verkehrsmitteln mehr als drei Stunden benötigen.
Kompetenzzentrum für berufliche Schulen
So vielfältig, wie das Bildungsangebot an den beruflichen Schulen ist auch das Fächerprofil der Lehrerinnen und Lehrer. Die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte an beruflichen Schulen ist deshalb eine anspruchsvolle und verantwortungsvolle Aufgabe. In Mecklenburg-Vorpommern ist dafür das Kompetenzzentrum für berufliche Schulen (KBS) in Rostock zuständig.
Das KBS begleitet Referendarinnen und Referendare sowie Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger im Vorbereitungsdienst, regelt die Ausbildung der Lehrkräfte im Seiteneinstieg und bietet Seminare an. Weitere Arbeitsfelder sind die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie die Rahmenplanarbeit für die einzelnen Unterrichtsfächer.
Regionale Berufliche Bildungszentren eingerichtet
Seit den 2000er Jahren haben sich die beruflichen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern zu Regionalen Beruflichen Bildungszentren (RBB) mit Haupt- und Nebenstellen zusammengeschlossen. Im Schuljahr 1999/2000 besuchten noch rund 70.000 Schülerinnen und Schüler die öffentlichen beruflichen Schulen. Heute sind es 36.700 Schülerinnen und Schüler. Trotz des deutlichen Rückgangs der Schülerzahlen verfolgt die Landesregierung das Ziel, das flächendeckende Schulnetz und breite Angebot an Bildungsgängen zu erhalten.
Zukunft der beruflichen Bildung im Blick
Wie die Regionalen Beruflichen Bildungszentren weiterentwickelt werden können, um auch künftig die Qualität der beruflichen Bildung zu sichern, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersucht. Das Gutachten „Evaluation der Struktur der beruflichen Schulen“ enthält dazu verschiedene Maßnahmen und Handlungsempfehlungen.
Grundlage für das Gutachten war ein Auftrag des Zukunftsbündnisses MV aus dem Jahr 2019, den das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung umgesetzt hat.
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FAQ
Die richtige berufliche Schule hängt von den Interessen, vom Schulabschluss und den beruflichen Zielen ab. Wichtig ist, sich frühzeitig mit den verschiedenen Schularten vertraut zu machen. Angebote wie die Berufliche Orientierung an den allgemein bildenden Schulen oder Praktika unterstützen dabei, passende Bildungsgänge zu finden.
Empfehlenswert ist es, wenn Eltern immer wieder mit ihren Kindern über berufliche Perspektiven sprechen. Die Berufliche Orientierung in der Schule beginnt früh und wird systematisch aufgebaut, damit junge Menschen ihre Stärken, Interessen und mögliche Ausbildungswege rechtzeitig erkennen.
Ja, je nach Schulart und Bildungsgang eröffnen berufliche Schulen unterschiedliche Wege.
Mit der Fachhochschulreife (zum Beispiel über die Fachoberschule oder die Berufsschule mit Zusatzqualifikation) ist ein Studium an einer Fachhochschule mögliche.
Mit der Allgemeinen Hochschulreife über das Berufliche Gymnasium kann an allen Hochschulen studiert werden.
Berufliche Abschlüsse bieten außerdem die Grundlage für weiterführende Qualifikationen.
An den beruflichen Schulen in MV können Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Abschlüsse erwerben:
- Berufsreife oder ein der Mittleren Reife gleichwertiger Abschluss (zum Beispiel über die Berufsschule)
- anerkannte Berufsabschlüsse (zum Beispiel über die Berufsschule, die Berufsfach- oder die Höhere Berufsfachschule)
- Fachhochschulreife (zum Beispiel über die Fachoberschule)
- Allgemeine Hochschulreife (Abitur) über das Berufliche Gymnasium
Zuständigkeit
Abteilung 2 - Grundsatzangelegenheiten des Schulwesens, berufliche Schulen und Lehrkräftegewinnung
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