Landwirtschaft und ländlicher Raum – Land mit Wurzeln

Wald, Wild und Wasser: Natürliche Schätze

Wälder, Seen und Küsten machen Mecklenburg-Vorpommern zu einem Land der natürlichen Vielfalt. Diese Ressourcen verbinden Natur, Region und Wirtschaft. Ihr Schutz gelingt uns allerdings nur mit der nachhaltigen Nutzung von Forst, Jagd und Fischerei. 

Wald und Forstwirtschaft in MV: Nutzung und Schutz

Mecklenburg-Vorpommern verfügt über etwa 558.000 Hektar Wald. Das sind 24 Prozent der Landesfläche. Unser Wald schützt das Klima, bietet Erholung und sichert Lebensräume. Er bindet CO₂ und stabilisiert den Wasserhaushalt. Das Land setzt deshalb auf nachhaltige Forstwirtschaft und auf standortgerechte Mischwälder.

Der Schutz des Waldes stützt sich auf das Landeswaldgesetz. Dazu gehören Maßnahmen zum Waldbrandschutz und die Möglichkeit, Wälder als Schutz- oder Erholungswald auszuweisen. Fachleute begleiten Waldbesitzende beim Umbau instabiler Bestände und fördern standortgerechte Mischwälder.

Gleichzeitig hat der Wald wirtschaftliche Bedeutung. Die Forst- und Holzwirtschaft erzielt 1,7 Milliarden Euro Umsatz und sichert 15.000 Arbeitsplätze in MV. Jährlich werden zwei Millionen Kubikmeter Rohholz geerntet. Dieses Holz wird vielfältig genutzt und stärkt die regionale Wertschöpfung.  Nachhaltige Bewirtschaftung bleibt das Leitprinzip.

Jagdwesen in MV: Wald und Wild im Einklang

Ein gesunder Wald braucht stabile Wildbestände. Das Jagdwesen hält Wild und Wald im Gleichgewicht. Es geht dabei um einen artenreichen und widerstandsfähigen Bestand, der im Einklang mit den natürlichen Lebensgrundlagen steht. Schäden an jungen Wäldern werden auf ein tragbares Maß begrenzt.

Dabei hilft das Wildwirkungsmonitoring. Es ist seit 2021 gesetzliche Aufgabe der unteren Forstbehörden. Fachkräfte erfassen jedes Jahr im Frühjahr, wie Reh-, Dam- und Rotwild auf junge Bäume wirkt. Sie prüfen Verbiss, Fege- und Schälschäden auf festen Stichprobenflächen. Die Daten entstehen unabhängig vom Besitz und bilden großflächige Trends ab. Ergebnisse fließen in ein gemeinsames Wildmanagement ein, das Waldbesitzende und Jagdausübende einbindet.

Das Jagdwesen umfasst auch Ausbildung und Jägerprüfung. Gut geschulte Jägerinnen und Jäger tragen Verantwortung für Artenschutz, sichere Abläufe und nachhaltige Nutzung einer natürlichen Ressource.

Fischerei in MV: Tradition und Zukunft

Die Fischerei verbindet regionales Handwerk mit moderner Nutzung der Wasserressourcen. Dabei unterscheidet das Land zwischen Binnenfischerei in Seen und Flüssen und der Hochsee- und Küstenfischerei an der Ostsee. Beide Bereiche sichern Einkommen, Lebensmittel und tragen zur regionalen Identität bei.

Gleichzeitig steht die Branche vor Herausforderungen. Der Klimawandel verändert Fischbestände, politische Entscheidungen wie der Brexit beeinflussen Fangmöglichkeiten. Die Planbarkeit wird schwieriger. Die Betriebe müssen ihre Strategien anpassen.

In MV gelten Nachhaltigkeitsregeln. Schonzeiten und Fangquoten schützen die Bestände. Forschung und Beratung begleiten den Wandel. So soll die Fischerei ein Teil der regionalen Wirtschaft bleiben.

Binnenfischerei: Arbeit, Arten und Aufgaben

Die Binnenfischerei bewirtschaftet Seen und Flüsse in MV. Viele Betriebe arbeiten im Haupt- oder Nebenerwerb und verarbeiten ihre Fänge selbst. Der Direktverkauf ist ein wichtiges Standbein.

Die Branche bleibt insgesamt stabil, richtet sich aber zunehmend stärker auf Marktanforderungen aus. Wachstum entsteht weniger durch höhere Fänge, sondern durch bessere Verarbeitung, neue Produkte und mehr Selbstvermarktung.

Die Binnenfischerei leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Gewässerschutz. Berufs- und Angelfischer übernehmen Hege- und Pflegemaßnahmen und unterstützen so den Erhalt der Fischbestände.

Klimawandel, Wasserqualität und invasive Arten verändern die Bedingungen. Daher setzen die Betriebe auf schonende Methoden und auf eine Zusammenarbeit mit Forschung und Beratung. Viele Betriebe erzeugen zusätzlich Fische oder Krebse in Aquakultur und erweitern so ihr Angebot.

Hochsee- und Küstenfischerei: Alltag und Wandel

Von den Häfen entlang der Ostseeküste zieht die Hochsee- und Küstenfischerei seit jeher hinaus aufs Wasser. Größere Betriebe setzen auf Schleppnetze und holen so vor allem Hering und Dorsch. 

Den Großteil bilden aber kleinere Küstenfischer mit Booten bis zwölf Meter. Sie arbeiten mit Stellnetzen, Reusen und Angeln. In den Bodden- und Haffgewässern gehen Aal, Zander und Barsch ins Netz. Diese Betriebe sind verwoben mit Tourismus und regionaler Vermarktung.

Doch die Branche durchlebt eine existenzielle Krise. Dorsch- und Heringsbestände sind zusammengebrochen, die Fangmengen auf ein Minimum geschrumpft, die Betriebskosten steigen. Viele Fischerinnen und Fischer mussten aufgeben. 

Eine Leitbildkommission des Bundes erarbeitet seit 2022 Vorschläge für modernere Strukturen, zukunftsfähige Technologien und Nachwuchsförderung. MV begleitet diesen Prozess und unterstützt mit Fördermitteln.

Die Einschnitte treffen auch die Freizeitfischerei. 

Aquakultur: Herausforderungen der regionalen Fischzucht

Aquakultur heißt: kontrollierte Aufzucht und Vermehrung von Fischen und anderen Wassertieren. In MV reichen die Wurzeln Jahrhunderte zurück, etwa bei der Karpfenzucht. Heute gewinnt die Aquakultur an Gewicht, weil die Fangmengen an ihre Grenzen stoßen, während der Appetit auf Fisch wächst. Sie ermöglicht die Produktion vor Ort.

Im Land arbeiten viele Betriebe in diesem Bereich, überwiegend in Süßwasser. Sie erzeugen mehrere hundert Tonnen Fisch und Krebstiere pro Jahr. Arten wie Afrikanischer Raubwels, Karpfen, Forelle, Saibling und Stör bestimmen die Produktion. Ein Betrieb wirtschaftet dabei nach ökologischen Maßstäben.

Doch der Sektor steht unter Druck. Vor allem Kreislaufanlagen leiden unter gestiegenen Energiekosten. Hinzu kommt der Wettbewerb um Wasser, verschärft durch die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie. Das Land begegnet den Herausforderungen mit Investitionen, Fördergeldern und wissenschaftlichen Pilotprojekten.

Förderung: Unterstützung für Fischerei und Regionen

Damit Fischerei und Aquakultur bestehen, braucht es Rahmenbedingungen. Das leistet der Europäische Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF). Er läuft bis 2029.

Betriebe modernisieren etwa ihre Technik, diversifizieren ihre Arbeit oder senken den Energieverbrauch. Küstengemeinden stoßen Projekte an. Gefördert werden Maßnahmen zur Bestandserhaltung, zur Wiederherstellung von Lebensräumen oder zur Kontrolle der Fischerei.

Für MV stehen 46,9 Millionen Euro aus EU-Mitteln bereit – aufgestockt durch Bund, Kommunen und Land. Sie ermöglichen Innovationen in der Aquakultur, stärken Verarbeitung und Vermarktung von Fischereierzeugnissen und helfen der Ostseefischerei, sich neu auszurichten.

Wald, Wild und Wasser bilden einen Dreiklang, der im Zusammenspiel funktioniert. Nachhaltige Forstwirtschaft, verantwortungsvolle Jagd und eine zukunftsfähige Fischerei. Wo dieses Gleichgewicht gelingt, profitieren Natur, Wirtschaft und Gesellschaft.

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FAQ

Zuständigkeit

Hausanschrift

Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

Paulshöher Weg 1, 19061, Schwerin, DEpoststelle@lm.mv-regierung.de+49 385 5880+49 385 58816024

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